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NLP (Neuro Linguistisches Programmieren)

Drei Buchstaben und eine Definition

Neuro steht für Nerven, Nervensystem, Gehirn und weiter gefasst auch die Psyche, also das Denken, Fühlen und letztlich auch das bewusste und v.a. unbewusste Handeln des Menschen. Linguistisch(es) steht für den Umgang mit der Sprache bzw. hier erweitert: mit der Kommunikation schlechthin. Und die Kommunikation läuft ja bekannter weise sehr vielschichtig ab (sprachlich und nichtsprachlich). Programmieren ist das missverständlichste Wort in dieser Abkürzung, denn es suggeriert die Programmierbarkeit des Gehirns bzw. der Psyche. Wenn wir allerdings bedenken, dass NLP aus den U.S.A. kommt, entdecken wir, dass die U.S.-Amerikaner damit auch die Veränderung meinen. Mit NLP „,verändern“ wir also, jedenfalls der Abkürzung nach, mit „Kommunikation“ das „Denken, die Gefühle und das Handeln“ anderer (das tun wir übrigens immer, wenn wir kommunizieren – mehr oder weniger respektvoll und erfolgreich natürlich), oder wir verändern unser eigenes Denken, Fühlen und Handeln.



Kurzgeschichte des NLP

Die Geschichte des NLP begann mit dem damaligen Philosophie-Mathematik-EDV-Studenten RICHARD BANDLER. Er erhielt Anfang der 70iger Jahre die Gelegenheit, Videobänder von Therapiesitzungen des 1970 verstorbenen deutschen, in den U.S.A. lebenden und wirkenden Psychiater „FRITZ“ PERLS (dem Begründer der Gestalt-Therapie) zu transkribieren und tat dies ungewöhnlich akribisch. Er hatte sich schon zu dieser Zeit an der Universität von Santa Cruz mit dessen Arbeit beschäftigt. Dort lernte er auch den Professor für Linguistik Dr. JOHN GRINDER kennen. Enttäuscht von den praxisfernen Lehransätzen seiner akademischen Lehrgänge begann der Student BANDLER praxisorientierte Gestalttherapie-Workshops am Kresge College GREGORY BATESONS zu halten. JOHN GRINDER sollte hier herausfinden, was genau RICHARD tat, um so erfolgreich zu therapieren und sein Wissen weiter-zugeben und lernte dafür von BANDLER die Gestalttherapie und deren Vermittlung. Dabei „modellierte“ er RICHARD. Später hielt er die Workshops mit BANDLER zusammen. Das „Modellieren“ oder „Master-Modeling“ ist ein Verfahren, bei dem es darum geht, bestimmte Fertigkeiten anderer in ihrer Struktur zu analysieren und für andere erlern- und nutzbar zu machen. Dabei wird der Analysierte nicht kopiert sondern nur die Grundstrukturen seines Könnens übernommen jedoch so, dass die Wirksamkeit erhalten bleibt. Deshalb wird NLP auch als ein pragmatischer Ansatz verstanden. Das „Master-Modeling“ stammt eigentlich aus dem Bereich des Verkaufstrainings und wurde zur Entwicklung des NLP zum ersten mal im therapeutischen Kontext angewandt.

1972 lernten BANDLER und GRINDER die weltberühmte systemische Familien-Therapeutin VIRGINIA SATIR kennen und erhielten die Gelegenheit, ihre Workshops aufzunehmen und zu transkribieren. RICHARD hatte so die Gelegenheit, auch ihre Arbeit auf seine extrem akribische Art und Weise kennen zu lernen. Er war fasziniert von ihrer intuitiven Weise Veränderungen hervorzurufen und wollte wissen, was es war, was diese großen Veränderungen hervorrief. Beide kamen dabei auf die Idee, die Schlüsselfiguren der Psychotherapie zu „modellieren“. Das waren v.a. FRITZ PERLS und der legendäre Meister der Hypnose-Therapie MILTON H. ERICKSON. Dabei entdeckte sie die Gemeinsamkeiten der unglaublichen Fähigkeiten dieser Koryphäen. 1974 entstand die sogen. „Meta-Model-Group“, eine Forschungs- und Anwendungsgruppe in denen die anfangs wenigen Methoden durch immer weitere der vorgenannten Therapeuten aber auch durch eigene Entwicklungen ergänzt wurden. In dieser Gruppe entwickelte sich, übrigens auch unter dem Einfluss so namhafter Wissenschaftler wie PAUL WATZLAWICK, ALFRED KORZYBSKI, JAY HAYLEY, HANS VAIHINGER, IWAN P. PAWLOW und natürlich dem Kommunikationswissenschaftler und Kybernetiker GREGORY BATESON, das System des NLP. Der Begriff NLP entstand vermutlich 1975, und dieses Modell verstand sich zunächst nur als psychotherapeutisches Konzept funktionierender Interventionen.

Die wesentlichen Ergebnisse dieser Gruppe waren wichtige neue Erkenntnisse über Kommunikation, die Fähigkeit unmittelbar innere Gefühlslagen („Stimmungen“) zu verändern, alle möglichen psychologischen Veränderungen herbeizuführen, an die man z.T. bis dahin nicht einmal hätte denken können (z.B. die berühmte „Phobie-Technik“, mit der sich Phobien oft innerhalb von wenigen Minuten vollständig und dauerhaft auflösen lassen) und Möglichkeiten innere Ressourcen verfügbar zu machen. Die wichtigste Entwicklung war allerdings die Möglichkeit, diese Fähigkeiten auch auf andere zu übertragen. Schon bald entdeckte man, dass offensichtlich die gleichen Grundlagen und Methoden unmittelbar auf andere Bereiche anwendbar sind – nämlich überall dort, wo verbale und/oder nonverbale Kommunikation mit sich selbst und/oder mit anderen eine Rolle spielt: Verhandlungen, Familienberatung, Verkauf, Personalführung, Sport, Schule, Erziehung, Erfolgs-Training, Management- und Firmen-Beratung, u.v.a.m. ...
Bekannt ist NLP besonders für dreierlei:

  1. Als eine pragmatische, ergebnisorientierte Methode für Erfolg nach der Frage: „Wie entsteht individueller Erfolg tatsächlich, nachvollziehbar / beobachtbar im Leben?“
  2. Außerdem ist es ein pragmatisches, ergebnis-orientierendes Modell für gelungene, erfolgreiche Kommunikation mit der Überlegung: „Was passiert wirklich, nachvollziehbar/beobachtbar, wenn Kommunikation respektvoll und wirksam ist?“
  3. Und NLP ist ein pragmatisches, ergebnis-/ lösungs-orientiertes Modell für psychologische Veränderung und Persönlichkeitsentwicklung, bei der die Organisation des bewussten und vor allem des unbewussten Denkens, Fühlens und Handelns mit bestimmten Methoden angesprochen und verändert werden kann.

 

Es werden dabei mit verschiedenen speziellen Vorstellungsübungen (Gedankenexperimenten, Imaginationsübungen) oberflächliche aber auch tief greifende Veränderungen im Denken und Fühlen und letztlich damit ja auch im Handeln des Menschen hervorgerufen. Außerdem kann mit Hilfe des NLP die Kommunikation zwischen Menschen wirksam, respektvoll und zielorientiert beeinflusst werden. Die Wirkung Ihrer Kommunikation entsteht übrigens nicht hauptsächlich durch das, was Sie sagen (verbal) sondern, nach neuesten wissenschaftlichen Untersuchungen zu bis zu 97%, durch die Begleitsignale der Stimme (der „Ton“, der unwillkürlichen Wortwahl, usw.) und aus anderen unbewussten Verhaltensweisen (nonverbal). Des weiteren sind auch verschiedene Erfolgs-Gesetze und -Strategien Fazit der NLP-Entwicklungen. NLP ist keine neue Erfindung, sondern ausschließlich das pragmatische und praxisorientierte Ergebnis der Beobachtung der erfolgreichen Kommunikation herausragender Therapeuten und anderer großer Kommunikatoren. Es liegt dem NLP also vor allem die pragmatische Frage „Was funktioniert tatsächlich?“ zugrunde. Wissenschaftliche Erklärbarkeit steht weniger zur Debatte. Eher sind heutzutage nach und nach immer mehr Wissenschaftler dabei, für die erstaunlichen Erfolge des NLP Erklärungstheorien zu entwickeln. NLP wird auch als "Kurzzeit-Therapie" bezeichnet, weil deutliche Ergebnisse durchschnittlich schon nach 6 – 8 Einzelstunden erreicht werden.

 

Ökologie“ – Schutz und Sicherheit

Mit der Anwendung von NLP beeinflusst man Menschen so wie mit jeder Kommunikation oder Therapie, nur eben sehr effizient – positiv wie negativ. NLP ist das Werkzeug, wie das Ergebnis wird, entscheidet der Anwender! Allerdings muss man dazu sagen, dass NLP hauptsächlich das Unbewusste beeinflusst, welches über bessere Schutzmechanismen zu verfügen scheint, als das Wachbewusstsein. Damit Veränderungen wirklich dauerhaft funktionieren, Kommunikation tatsächlich respektvoll und Erfolg wirklich positiv sein kann, spielt die Beachtung der sogen. „Ökologie“, also der Verträglichkeit des Einflusses bzw. der Veränderung mit dem inneren System und dem äußeren Leben des Klienten bzw. des anderen eine sehr, sehr wichtige Rolle. Es wird dabei nicht nur dem Anwender überlassen, sondern auch z.B. durch spezielle Fragen dem betroffenen Klienten bewusst gemacht.


Manipulation

Manipulation ist ein weiterer Kritikpunkt. Wenn NLP die Kommunikation effektiver macht und jede Kommunikation eine Beeinflussung darstellt, dann ist natürlich auch Manipulation möglich. Dies geht allerdings nur, wenn man einzelne Techniken oder Methoden aus dem Gesamtmodell des NLP entnimmt und für sich (ohne Beachtung der NLP-Vorannahmen (siehe unten), also der elementaren NLP Grundlagen – der Ethik des NLP) anwendet. Ob das dann allerdings noch als NLP bezeichnet werden kann, ist natürlich die Frage.


Vorannahmen / Glaubenssätze des NLP

  • Die Landkarte ist nicht das Gebiet.
    Damit ist gemeint, dass das, was wir erkennen, nie mit der Objektiven Realität übereinstimmen kann
  • Der positive Wert eines Individuums bleibt konstant, aber die Angemessenheit von Verhalten kann bezweifelt werden.
  • Menschen treffen innerhalb ihres Modells von der Welt grundsätzlich die beste ihnen subjektiv mögliche Wahl.
  • Jedes Verhalten wird durch eine positive Absicht motiviert. Auch hier gilt: das Akzeptieren einer subjektiv positiven Absicht geht nicht mit einer Gleichmachung jeglicher Auswirkung einher. Sie dient im therapeutischen Kontext nur dazu für den nächsten Schritt eine Umlenkung der Energie zu ermöglichen.
  • Menschen haben alle Ressourcen in sich, um jede gewünschte Veränderung an sich vorzunehmen. Eingeschränkt wird diese Regel durch krankhafte Störungen der Psyche bzw. physische Leiden.
  • Es gibt in der Kommunikation keine Fehler oder Defizite. Alles ist Feedback. Durch diese Vorannahme wird der Weg zur verletzungsfreien Annahme von Kritik eröffnet.
  • Die Bedeutung der Kommunikation liegt in der Reaktion, die man erhält. Nicht was Du tust zählt, sondern wie Deine Umgebung auf Dich reagiert.
  • Wenn etwas nicht funktioniert, tue etwas anderes. Auch ein Satz der Delphinstrategie um Blockaden zu vermeiden. Eine beliebte Konfusion wird hiermit erzeugt: "Es ist so!" - "Oder auch nicht!!"
  • Widerstand beim Kunden/Klienten bedeutet mangelnde Flexibilität auf Seiten des Beraters. Es gibt immer einen dritten Weg.

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